
Traditionelle chinesische Kampfkunst für natürliche Bewegung, Körperstruktur und innere Kraft.
Kostenloses Info-PDF erhaltenZiranmen 自然門 ist eine seltene innere Kampfkunst aus China, die natürliche Bewegung, Körperstruktur und inneres Training kombiniert. Sie gehört wie Taijiquan und Xingyiquan zur Familie der inneren Kampfkünste, dem Neijiaquan.
Im Mittelpunkt stehen natürliche Körpermechanik, präzise Strukturarbeit und eine ruhige, aufmerksame Schulung von Bewegung und Geist. Durch gezielte Übungen werden Haltung, Gelenke, Wirbelsäule und innere Kraft Schritt für Schritt aufgebaut.
So entsteht ein Training, das gesundheitsfördernd, tiefgehend und klar auf funktionale Kampfkunst ausgerichtet ist.
Die Überlieferung des Ziranmen ist eng mit der bewegten Geschichte Nordostchinas verbunden.
Lernte das Ziranmen von seinem Großvater und hielt die Tradition lebendig.
Schüler von Guo Juzhi. Vertiefte und verfeinerte die Praxis des Ziranmen.
Schüler von Yu Guangde. Brachte das Ziranmen nach Europa und in die Welt.
1895 erster sino-japanischer Krieg · 1901 Boxeraufstand · 1931 Mandschurei · Kulturrevolution — Traditionen, die überlebt haben, halten die Kreise klein und geschlossen.
Der Name Ziranmen verweist auf den daoistischen Terminus zìrán 自然, der in klassischen Schriften wie dem Daodejing 道德经 und dem Zhuangzi mehrfach vorkommt.
Ziran wird besser mit Natürlichkeit, natürlicher Spontaneität oder »selbst-so«, »von selbst« übersetzt. Es beschreibt einen Prozess, der frei von willkürlichem Eingreifen abläuft.
»Laß deinen Geist in der Leere wandern […] Folge einfach der Natur der Dinge und laß keine persönlichen Vorlieben sich einmischen.«Zhuangzi VII, 3 · Übersetzung Stephan Schuhmacher, Reclam 2003
Damit sind Anspruch und Ziel im Ziranmen formuliert: die Fähigkeit natürlicher und spontaner Bewegungen, um eine spezifische Wirkung in den Kampfhandlungen zu erzielen.
Eine innere Kampfkunst hat nichts mit der Unterscheidung von Shaolin und Wudang zu tun, auch nichts mit »weich« und »hart« oder »mit Qi« und »ohne Qi«.
Die drei großen inneren Kampfkünste — Taijiquan, Xingyiquan und Baguazhang — entstanden alle in der Qing-Dynastie (1616–1911). Sun Lutang (1861–1933) klassifizierte sie als »innere Stile«, da sie auf denselben Effekt abzielen: den Gegner durch physische, kaum erkennbare Manipulation zu dominieren.
Stile wie das Ziranmen haben ähnliche, wenn nicht sogar identische Schwerpunkte wie das Taijiquan — und gehören damit ebenfalls zu den inneren Stilen.
Die methodische Gemeinsamkeit der inneren Stile lässt sich als tiān dì hé yī 天地合一 beschreiben — Himmel und Erde zu einem zusammenbinden.
»sōng zhōng yǒu jǐn, jǐn zhōng yǒu sōng« — In der Entspannung ist Spannung, in der Spannung Entspannung.
Song lässt sich besser als eine Art gerichteter Spannung beschreiben, die entlang von Muskelketten verläuft, so dass Kraftübertragung möglich wird.
Im Taijiquan gilt das Dantian als zentraler Schwerpunkt. Im Ziranmen hingegen gilt das Dantian nicht als fixer Punkt.
»Das Dantian ist überall« — wú chù bù dān tián
Das Dantian entsteht dort, wo es benötigt wird — wo die Intention des Gegners einwirkt.
Statt Formentraining (tàolù) werden die »Fäuste der fünf Elemente« (wǔxíng quán) und die »acht Schritte-Hämmer« (bābù chuí) geübt.
道德经 · Vers 25
»Der Mensch folgt den Gesetzen der Erde, die Erde den Gesetzen des Himmels, der Himmel folgt dem Dao und das Dao dem, was natürlich ist.«
Gia-Fu Feng und Jane English
Kontaktiere uns für dein kostenloses Info-PDF oder Fragen zu unseren Kursen.